Bitte denken Sie an die Folgen! – Die siebte Sitzung

Bitte denken Sie an die Folgen, wenn sie Entscheidungen treffen! Im Prinzip eine ganz plausible Anforderung an Entscheidungsprozesse: Wenn wir die Richtigkeit oder Falschheit einer bestimmten Entscheidung begründen wollen, müssen wir auch die Folgen der jeweiligen Entscheidung betrachten und bewerten. Doch wie genau kommt man zu einer Gesamtbewertung der Folgen, wenn es viele Betroffene gibt? Und wie gehen wir damit um, dass wir die Folgen unserer Handlungen selten gar nicht so genau kennen? 

Diese Fragen sind Gegenstand der siebten Sitzung im Seminar. Anhand des Fallbeispiels „Frau Dr. Mayers Erfindung“ wird der Utilitarismus als eine Variante des Konsequentialismus eingeführt. Der Utilitarismus rät uns die Handlungen zu wählen, die das Gesamtwohl für alle Betroffenen maximieren, wobei das Wohl für den Einzelnen häufig als Freude und Abwesenheit von Leid verstanden wird. Das setzt jedoch voraus, dass der Gesamtnutzen quantitativ erfasst und berechnet werden kann. 

Im Umgang mit unserer begrenzten Vorhersagekraft werden zwei unterschiedliche Ansätze vorgestellt. Kennt man zumindest die Eintrittswahrscheinlichkeiten von Handlungskonsequenzen, kann man den Erwartungsnutzen jeder Handlungsoption berechnen und dann diejenige wählen, die den Erwartungsnutzen maximiert. Kennt man noch nicht einmal Eintrittswahrscheinlichkeiten und weiß nur um mögliche Konsequenzen, können zum Beispiel Vorsorgeprinzipien für eine Entscheidung herangezogen werden, mit denen man versucht, die schlimmstmöglichen Konsequenzen zu vermeiden. 

Autor: Sebastian Cacean